Berliner Tageszeitung - Lebenslange Haft für Mann in den USA wegen Mordes an drei Muslimen

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Lebenslange Haft für Mann in den USA wegen Mordes an drei Muslimen




Lebenslange Haft für Mann in den USA wegen Mordes an drei Muslimen
Lebenslange Haft für Mann in den USA wegen Mordes an drei Muslimen / Foto: © AFP

Wegen Mordes an drei muslimischen Studenten ist ein Mann in den USA zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Kurz vor der Strafmaßverkündung am Mittwoch im Bundesstaat North Carolina hatte der 50-jährige Craig Hicks auf schuldig plädiert. Er entging dadurch der möglichen Todesstrafe.

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Die Polizei hatte die Bluttat vom Februar 2015 lange als bloße Folge eines Streits unter Nachbarn um Parkplätze dargestellt. Erst am Mittwoch räumte der örtliche Polizeichef Chris Blue vor Gericht ein, dass dies nicht die ganze Geschichte sei, sondern es sich um ein Hassverbrechen gegen eine religiöse Gruppe gehandelt habe.

Der Mörder habe seine Tat "zweifellos mit einem hasserfüllten Herzen" begangen, sagte Blue. Er entschuldigte sich bei den Angehörigen der Opfer für die frühere Darstellung der Motivlage durch die Polizei.

Hicks hatte in der Universitätsstadt Chapel Hill seinen 23-jährigen Nachbarn Deah Shaddy Barakat, dessen 21-jährige Ehefrau Yusor Mohammad Abu-Salha sowie deren 19-jährige Schwester Razan erschossen.

Der arbeitslose Täter lebte in derselben Wohnanlage wie die Opfer. Ein von Deah Shaddy Barakat aufgezeichnetes Video zeigt, wie Hill an der Tür seiner Nachbarn erscheint und sich darüber beschwert, dass diese ihm seinen Parkplatz wegnähmen. Danach eröffnete er das Feuer. Anschließend stellte sich Hicks der Polizei. Die Ermittler fanden bei ihm ein Dutzend Feuerwaffen.

Die ursprüngliche Version der Polizei, die Tat sei lediglich dem Parkplatz-Streit entsprungen, war von den Angehörigen der Opfer von Anfang an bestritten worden. Auch der frühere Präsident Barack Obama ging bereits kurz nach der Tat davon aus, dass die Opfer wegen ihrer religiösen Identität ermordet worden waren: Niemand im Land dürfe jemals wegen seiner Glaubens zur Zielscheibe werden, erklärte er damals zu der Tat.

Auf seiner Seite im Onlinenetzwerk Facebook hatte sich Hill als überzeugter Atheist bezeichnet und scharfe Kritik an Religionen im Allgemeinen vorgebracht. Dabei griff er nicht nur den Islam, sondern auch das Christentum an.

(L. Solowjow--BTZ)