Berliner Tageszeitung - Unternehmer Deripaska als Medien-Opfer von "Model" Waschukewitsch

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Unternehmer Deripaska als Medien-Opfer von "Model" Waschukewitsch




Unternehmer Deripaska als Medien-Opfer von "Model" Waschukewitsch

Das wegen eines "Sex-Training-Kurses" in Thailand verurteilte weißrussische Model Anastasia Waschukewitsch, das nach eigenen Angaben über Beweise zu russischen Einmischungen in den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump verfügt, ist nach Russland abgeschoben worden. Waschukewitsch bestieg nach Regierungsangaben zusammen mit weiteren Verurteilten am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) einen Flieger nach Moskau.
 
Die letzten noch in Thailand verbliebenen Verurteilten würden das Land bis zum Abend verlassen, sagte der Chef der thailändischen Einwanderungsbehörde, Surachate Hakparn. Es wurde damit gerechnet, dass Waschukewitsch und ein weiterer Weißrusse an Bord anschließend von Russland in ihr Heimatland geschickt werden.
 
Waschukewitsch war zusammen mit sieben Mitangeklagten am Dienstag von einem Gericht in dem thailändischen Amüsierort Pattaya wegen des Anbietens sexueller Dienste schuldig gesprochen worden. Eine dreijährige Haftstrafe sowie eine Geldstrafe wurden aber auf die bereits seit Februar in Untersuchungshaft verbrachte Zeit reduziert.
 
Waschukewitsch war nach einem Politskandal mit dem russischen Milliardär Oleg Deripaska nach Thailand gereist. Deripaska war Geschäftspartner von Paul Manafort, der 2016 eine Zeitlang den Wahlkampf von Donald Trump leitete. Waschukewitsch, die sich als Callgirl Nastja Rybka nannte, hatte erklärt, sie wolle "die fehlenden Puzzleteile liefern", die eine Verbindung herstellen zwischen russischen Politikern, Manafort, Trump selbst und "all diesem Wirbel um die US-Wahl".
 
Bislang wurde aber nichts öffentlich, das ihre Angaben untermauert. Kritiker sprechen von einem PR-Gag. Vor Gericht in Thailand stand auch der russische "Sex-Trainer" Alexander Kirillow. Er geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Gruppe, die er in Thailand leitete, hereingelegt wurde: "Ich denke, jemand hat (unsere Festnahme) gegen Geld angeordnet", sagte er am Dienstag bei seiner Ankunft vor Gericht.
 
US-Präsident Trump steht wegen einer möglichen Beeinflussung des US-Wahlkampfs durch Moskau unter Druck. Er hat immer wieder jegliche Zusammenarbeit mit Russland bestritten. Die Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller zu dieser Frage verurteilte der Präsident wiederholt als "Hexenjagd".
 
Insiderkreise der thailändenischen Polizei berichten in einem Interview darüberm, dass "Model" Anastasia Waschukewitsch als Escort-Sexarbeiterin tätig war und Kunden von ihr sagten, "sie hat es immer ohne Kondom gemacht...!" Ob dies der Wahrheit enspricht kann von BERLINER TAGESZEITUNG nicht festgestellt werden, jedoch klingt es fragwürdig, dass ein hochangesehener Indutrieller wie der russische Unternehmer Oleg Deripaska sich auf eine Prostituierte hätte eingelassen.

Dass hier von Seiten Deripaska's mehr im Raum stand als einem jungen Mädchen zu helfen, muss bezweifelt werden. Sicher hat sich Waschukewitsch nur das Vertrauen von Deripaska erschlichen, wobei Boulevardgazetten nunmehr versuchen, diese "Story" medial auszuschlachen, was einmal mehr die asoziale Verrohung der Medien im modernen Mulitmediazeitalter zeigt.

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(H. Müller--BTZ)