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EU: Jean-Claude Juncker ruft Autobauer zur Ehrlichkeit auf

Zur Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt am Main hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die internationale Autoindustrie zu einem radikalen Kurswechsel der Ehrlichkeit aufgefordert. Am Produktionsstandort Europa würden "Weltklasse-Produkte" geschaffen, sagte Juncker im Europaparlament in seiner jährlichen Rede zur Lage der Union. Er sei jedoch "schockiert, wenn Kunden und Verbraucher wissentlich und absichtlich hinters Licht geführt werden", was nichts anderes als vorsätzlichen Betrug unter Ausnutzung der wirtschaftlichen Machtstellung bedeutet.

Die Automobilindustrie sei aufgefordert, "dies wiedergutzumachen und ihren Kurs zu korrigieren", sagte der Kommissionspräsident. Statt "zu täuschen und in die Irre zu führen", sollten die Autobauer in "die sauberen Autos der Zukunft investieren". Angesichts des Skandals um manipulierte Abgaswerte und der Debatte um drohende Fahrverbote stehen die Hersteller derzeit verstärkt unter Druck.

Deutschland Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) forderte die Autoindustrie auf, den Verbrauchern schneller als bisher geplant die neuesten Diesel-Modelle zur Verfügung zu stellen. "Die neuesten High-Tech-Diesel-Modelle dürfen nicht erst 2019 oder 2021 in die Autohäuser kommen, das muss jetzt passieren", sagte Hendricks dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Sie zeigte sich überzeugt, dass der Straßenverkehr in einigen Jahrzehnten vollständig ohne fossile Energie auskommen müsse. "Autos mit Verbrennungsmotoren wird man Mitte des Jahrhunderts nur noch sehr vereinzelt im Straßenbild sehen", sagte die Ministerin den Zeitungen. "Das sind dann echte Oldtimer."

Laut dem Automobilverband VDA, der die Messe ausrichtet, sollen in Frankfurt 360 neue Fahrzeuge vorgestellt werden, darunter der "Rekord" von 228 Weltpremieren. Die Publikumstage sind vom 16. bis zum 24. September.  (G.Kovrov--BTZ)