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Air Berlin ein mieser Sumpf aus Korruption, Geld und Macht?

Ein Staatskredit der Steuerzahler in Höhe von 150 Millionen Euro und am Ende soll der Bürger diesen nicht zahlen müssen, klingt gut, aber ist vor dem Hintergrund ähnlicher Versprechungen – sehr unglaubhaft. Egal was jedoch passiert – Air Berlin Chef Thomas Winkelmann hat gut lachen, seine Millionen hat er im Sack! So wie seine 8600 Mitarbeiter muss Winkelmann keine persönliche Pleite fürchten: Der ehemalige Lufthansa-Manager und Duz-Freund von Lufthansa-Chef Spohr erhält auf jeden Fall 4,5 Millionen Euro. Das hat er zu seinem Amtsantritt ausgehandelt und das dreiste daran, die Summe ist durch Bankkredite gesichert.

Das der Poker um Air Berlin ein Machtpoker mit allen Facetten ist, wird dann klar, wenn man weiß, dass Lufthansa offenbar seit Mai 2017 die Bücher von Air Berlin prüft, ein kaum zu fassendes Unding – so dicht vor einer Pleite. Ein Wissensvorsprung, über den die Mitbewerber zu Recht sauer sind. Von Winkelmann ist unterdessen zu hören: „Es wird nicht einen, sondern zwei oder drei Käufer geben.“ Langstrecken, Geschäftsflüge und Urlaubsreisen seien zu unterschiedliche Bereiche.

Eine Komplett-Übernahme durch den Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl lehnt der Bund ab. „Das Modell Air Berlin als eine eigenständige Airline ist ja gescheitert“, sagt Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig (SPD) – was danach riecht, als hätte Lufthansa bereits den höchsten politischen Segen im Bieterverfahren um die bankrotte Ait Berlin erhalten.

Piloten und Kabinenpersonal müssen sich zudem bei einer Lufthansa-Übernahme auf Gehaltsverhandlungen einstellen. Man wolle die Mitarbeiter zu den (schlechteren) Eurowings-Konditionen einkaufen, so Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei einer internen Mitarbeiterveranstaltung. „Das ist alles Teil eines lang existierenden Plans von Lufthansa, um die Kontrolle über Air Berlin zu erhalten“, wettert Ryanair-Chef Michael O’Leary. „Die deutsche Regierung unterstützt diesen von Lufthansa initiierten Deal mit staatlichen Beihilfen in Höhe von 150 Millionen Euro. So kann Lufthansa Air Berlin schuldenfrei übernehmen.“ Wenn man die vorgenannten Worte von Wirtschaftsstaatssekretär Machnig noch einmal liest, glaubt man O’Leary seine Befürchtungen um ein abgekartetes Spiel zwischen Bundesregierung, Lufthansa und Air Berlin – wobei sogar zu befürchten ist, dass so manches Bestechungsgeld in Richtung der Politik geflossen sein könnte…  (P.Hansen--BTZ)