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Doping? Die Telekom und der deutsche Radsport

Doping? Die Telekom und der deutsche Radsport

Die Telekom gilt in der Bundesrepublik Deutschland als der so genannte "Saubermann-Konzern", nun scheinen sich die Imagewolke über der Konzernzentral massiv einzutrüben!
Ein aktuelles Gutachten der inzwischen aufgelösten Überprüfungsgruppe der Freiburger Sportmedizin rückt den früheren Radsport-Sponsor Telekom/T-Mobile wegen der Dopingskandale bei den gleichnamigen Profi-Rennställen in ein ganz schlechtes Licht.

„Manches spricht nun offensichtlich dafür, dass Doping zum Gründungsauftrag des 1991 neu zusammengestellten Teams Telekom gehörte und sogar sehr vieles, wenn nicht fast alles, deutet daraufhin, dass das Unternehmen vom Doping der Fahrer wusste.“
Dies schlussfolgert mittels eines fast schon vernichtenden Urteils der Autor und Dopingexperte Andreas Singler aus den Ergebnissen seiner von der Universität Freiburg veröffentlichten Arbeit. Die Kommission hatte bis zu ihrer Auflösung im Vorjahr die Doping-Vergangenheit der Abteilung Sport- und Leistungsmedizin der Breisgauer Hochschule aufarbeiten sollen. Ein Schwerpunkt der Untersuchungen war die Kooperation mit deutschen Rennställen Team Telekom und T-Mobile. Deren Topfahrer wie Jan Ullrich und Erik Zabel waren in Dopingskandale verwickelt. Aus Singlers Sicht ist auch die Theorie von den beiden maßgeblichen Sportmedizinern als Einzeltätern nicht haltbar: „Diese These muss zurückgewiesen werden“, schrieb der Sportwissenschaftler und stützt seine Aussage mit Verweisen auf Vorgänge unter Mitwirkung weiterer Hochschulmitarbeiter. Auch sei der „sich über 15 Jahre erstreckende Dopingskandal“ vor dem Hintergrund früherer Aktivitäten des Instituts ab den 70er Jahren zu betrachten und bewerten.
Singles unterstellt hierbei sogar der Universität außerdem mangelnden Willen zur Aufarbeitung des Skandals. „Es gibt ernstzunehmende Anzeichen dafür“, erklärte Singles dazu und führt aus, „dass die anfangs versprochene schonungslose Aufarbeitung aus Angst vor kritischen öffentlichen Reaktionen und negativen Konsequenzen für die Hochschulförderung gewissermaßen auf dem Altar der Exzellenzinitiative (ein Förderprogramm von Bund und Ländern, d.Red.) geopfert werden sollte“. Sollte sich dies wirklich so bewahrheiten wird man nach Ansicht von BERLINER TAGESZEITUNG nicht nur in der Konzernzentrale der Telekom, nein sogar in der Politik darüber nachdenken müssen - zum Schutz der Fans und ihrer durch Betrug gekauften Fanatiker - die Verantwortlichen eines Solchen für ganz Deutschland rufschädigenden Skandals, auch nach vielen Jahren noch - zur Rechenschaft zu ziehen.  (OB/BTZ)