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Hamburg: Prozess um islamistischen Messerangriff eines Asylbewerbers

POLITIK 04.01.2018

Fünf Monate nach der islamistisch motivierten tödlichen Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt beginnt am Freitag kommender Woche der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Der 26-jährige Ahmad A. muss sich wegen Mordes sowie sechsfachen Mordversuchs und Körperverletzung vor dem Hamburger Oberlandesgericht verantworten, wie ein Sprecher aktuell - nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG dazu mitteilte. Zunächst sind Termine bis März 2018 angesetzt.

Der Palästinenser hatte Ende Juli mit einem Messer in und vor dem Geschäft im Stadtteil Barmbek auf Kunden und Passanten eingestochen, bevor er von Zeugen gestoppt und von Polizisten festgenommen werden konnte. Ein Mann starb, sechs Menschen wurden verletzt. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft wollte er seine Tat als "Beitrag zum weltweiten Dschihad verstanden wissen", war aber kein Teil einer Terrornetzwerks.

Aus diesem Grund muss sich der abgelehnte Asylbewerber in dem Prozess nicht wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten. Sein Fall sorgte auch deshalb für Diskussionen, weil die Sicherheitsbehörden bereits in den Monaten vor seiner Tat Hinweise auf eine islamistische Radikalisierung hatten und daher Kontakt zu ihm aufnahmen. Sie stuften ihn damals allerdings eher als "psychisch labil" ein.

Laut Anklagevorwurf wurde der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geborene A. durch den israelisch-palästinensischen Konflikt um den Jerusalemer Tempelberg motiviert und machte Deutschland für die von Israel verhängte Zugangsbeschränkung für Muslime mitverantwortlich. Er habe daher in einer Art Akt persönlicher "Vergeltung" wahllos deutsche Christen töten wollen. Seine Tat habe er selbst darüber hinaus auch "im Kontext islamistischer Anschläge" wahrgenommen wissen wollen.