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SPD: Gabriel will umgehende Kurskorrektur seiner Partei

POLITIK 16.12.2017

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert in einem Interview grundlegende Kurskorrektur seiner Partei. Aus seiner Sicht hat sich die SPD aktuell zu weit von ihren klassischen Wählerschichten entfernt. „Umwelt- und Klimaschutz waren uns manchmal wichtiger als der Erhalt unserer Industriearbeitsplätze, Datenschutz war wichtiger als innere Sicherheit.

Mit Blick auf angeblichen Rechtspopulismus forderte der noch Vizekanzler und Bundesaußenminister, welcher an den derzeitgen GroKo Sondierungen seiner Partei nicht teilnimmt, eine Debatte über Begriffe wie Heimat und Leitkultur. „Ist die Sehnsucht nach einer ,Leitkultur‘ angesichts einer weitaus vielfältigeren Zusammensetzung unserer Gesellschaft wirklich nur ein konservatives Propagandainstrument, oder verbirgt sich dahinter auch in unserer Wählerschaft der Wunsch nach Orientierung in einer scheinbar immer unverbindlicheren Welt der Postmoderne?“, fragt er in diesem Zusammenhang.

Der SPD-Landesverband Nordrhein-Westfalen warnte unterdessen die eigene Parteispitze davor, sich zu früh auf eine große Koalition (GroKo) einzustellen. „Es wird gerade viel über die staatspolitische Verantwortung der SPD schwadroniert“, sagte der Chef des größten SPD-Landesverbands, Michael Groschek nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG, in einem Interview.