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Islam-Terror: 15 UNO Blauhelmsoldaten im Kongo ermordet

POLITIK 09.12.2017

Bei dem schwersten Angriff auf Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen seit mehr als 20 Jahren sind in der Demokratischen Republik Kongo mindestens 15 UN-Soldaten getötet worden. Mindestens 53 weitere Soldaten der UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (Monusco) seien verletzt worden, teilte die Mission am Freitag mit. UN-Generalsekretär Antonio Guterres und der UN-Sicherheitsrat verurteilten den Angriff auf das Schärfste.

Guterres äußerte seine "Empörung" und sprach von einem "Kriegsverbrechen". Es handle sich um den schlimmsten Angriff auf UN-Blauhelme in der jüngeren Geschichte der Organisation, erklärte Guterres. Bei den getöteten Blauhelmsoldaten handelte es sich vor allem um Soldaten aus Tansania. Von den 53 Verletzten schwebten drei in Lebensgefahr. Auch fünf kongolesische Soldaten wurden bei dem Angriff am Donnerstagabend in der Provinz Nord-Kivu getötet, wie es in einer Mitteilung des UN-Sicherheitsrats hieß. Das Gremium verurteilte "jegliche Angriffe und Provokationen gegen die Monusco durch bewaffnete Gruppen" auf das Schärfste. Diese dürften nicht unbestraft bleiben.

Auch das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den "hinterhältigen Angriff" in aller Schärfe. Die Bundesregierung unterstütze die Vereinten Nationen "darin, diese Attacke schnellst möglich aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", teilte das Ministerium mit. Die Tötung von Blauhelmen sei ein Kriegsverbrechen.

Der Angriff war die tödlichste Attacke auf die UN-Mission seit ihrer Stationierung im ehemaligen Zaire im Jahr 1999. Nach Informationen von BERLINER TAGESZEITUNG liegt der letzte derart blutige Angriff auf eine UN-Mission 24 Jahre zurück. Am 5. Juni 1993 starben 24 pakistanische Blauhelmsoldaten in Mogadischu in Somalia.

Die UNO macht die Rebellengruppe Alliierte Demokratische Kräfte (ADF) für den Angriff verantwortlich. Mit der von muslimischen Ugandern dominierten ADF liefert sich die Armee im Osten des Kongo seit Jahren schwere Gefechte. Mehr als 700 Zivilisten wurden seit Oktober 2014 getötet, viele von ihnen mit Messern und Macheten. Die Monusco und die kongolesische Regierung machen die ADF für diese Angriffe verantwortlich.