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ICTY: Selbstmord von Ex-General Praljak - erbärmlicher Skandal in puncto Sicherheit

POLITIK 30.11.2017

Im letzten Moment seines Lebens prangerte er an, bewies Ehre und ließ sterbend den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) - samt desen Richter, mit einem geradezu erbärmlichen Skandal in puncto Sicherheit zurück! Die Rede ist vom bosnisch-kroatischen Ex-General Slobodan Praljak (72), in dessen Flasche eine tödliche Chemikalie nachgewiesen wurde. Das sagte der Sprecher der niederländischen Staatsanwaltschaft, Frans Zonneveld, in Den Haag nach Information von BERLINER TAGESZEITUNG. Laut Zonneveld steht "sehr bald" eine Autopsie des Leichnams von Praljak an. Praljak hatte vor dem Haager UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien ein braunes Fläschchen ausgetrunken und war kurze Zeit später im Krankenhaus gestorben.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch erklärt, zunächst wegen Beihilfe zum Suizid und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz zu ermitteln. Gerätselt wird derzeit, wie es dem zu 20 Jahren Haft Verurteilten gelingen konnte, das Fläschchen mit dem mutmaßlichen Gift trotz der strengen Sicherheitsauflagen in das Gericht zu schmuggeln. Auch ist unklar, wie Praljak womöglich in dem Haager UN-Haftzentrum die fragliche Flüssigkeit erhalten konnte.

Praljak war in dem Berufungsverfahren am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) unter anderem für schuldig befunden worden, im November 1993 die Zerstörung der alten Brücke von Mostar aus osmanischer Zeit angeordnet zu haben. Das Gericht bestätigte die 20-jährige Haftstrafe gegen den 72-Jährigen.