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Referendum: Spanien versinkt als Teil der EU in eine Diktatur

Trotz eines brutalen Polizeiaufgebots und rücksichtslosen Einsatzes von Gummigeschossen durch die Polizei - haben tausende Katalanen bei dem Unabhängigkeitsreferendum ihre Stimme abgegeben. Die spanische Polizei ging dabei wie einst die Franco-Diktatur gewaltsam gegen Demonstranten vor, die Beamte am Betreten von Wahllokalen hindern und den Abtransport beschlagnahmter Wahlurnen verhindern wollten. Nach Angaben der katalanischen Rettungskräfte wurden mindestens 38 Menschen verletzt.
Die Zentralregierung in Madrid sieht die Volksabstimmung in der nach Unabhängigkeit strebenden Region Katalonien im Nordosten Spaniens als illegal an und ließ schon im Vorfeld Stimmzettel und Abstimmungsunterlagen beschlagnahmen. Bereits am Samstag wurde von der Polizei die Hälfte der rund 2300 Wahllokale abgeriegelt.

In Girona drangen spanische Polizisten gewaltsam in eine als Wahllokal genutzte Sporthalle ein, in der der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont seine Stimme abgeben sollte. Behelmte Polizisten mit Schutzausrüstung schlugen die gläserne Eingangstür ein. Puigdemont wich daraufhin auf ein Wahllokal im Dorf Cornella del Terri aus und gab dort seine Stimme ab. Er verurteilte die "ungerechtfertigte" und "unverantwortliche" Gewalt, mit der der spanische Staat gegen friedliche Demonstranten vorgehe.

Trotz der Polizeisperren gelang es vielen Wählern, ihre Stimme abzugeben. Die katalanische Regionalregierung richtete kurzfristig neue Wahllokale ein. Die 5,3 Millionen Wahlberechtigten durften zudem in jedem beliebigen Wahllokal abstimmen. Dort mussten sie lediglich ihren Personalausweis oder ein anderes Ausweisdokument zeigen. Die Stimmzettel konnten sie vorab zu Hause auszudrucken.

Katalonien mit seinen etwa 7,5 Millionen Einwohnern kommt für knapp ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf. In der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens, in der eine eigene Sprache gesprochen wird, gibt es seit Jahrzehnten Bestrebungen, sich von Spanien loszulösen. In den Umfragen sind die Katalanen in der Frage der Unabhängigkeit gespalten; allerdings pocht eine deutliche Mehrheit auf ihr Recht, ein Referendum dazu abhalten zu dürfen. Madrids verschärfte Gangart brachte in den vergangenen Tagen in Barcelona und anderen Städten hunderttausende empörte Katalanen auf die Straße.

Unterdessen resümieren internationale Journalisten in Barcelon: "Auf eigene Bevölkerung zu schießen, auch wenn es nur Gummigeschosse sind, ist einfach widerlich und es zeigt, dass Polizisten, im Dienst, manchmal das Gehirn abschalten. An diesen Aktionen sieht man, dass die Politiker ihrem eigenen Volk nicht mehr trauen.  (I.Petrovych--BTZ)