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Nordkoreanische Kriegstreiberei mittels unnötigem Raketenstart

Ohne jede Rücksicht auf die jüngsten Sanktionen hat Nordkorea erneut eine Rakete in Richting Japan abgefeuert. Das Geschoss überflog die nordjapanische Insel Hokkaido und stürzte anschließend in den Pazifik. Ein Regierungssprecher in Tokio (Japan) verurteilte den Raketentest auf das Schärfste und sagte dementsprechend dazu: Japan könne "diese wiederholten extremen Provokationen niemals tolerieren". Erst Ende August 2017 hatte Nordkorea eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg abgefeuert.

Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums flog die Rakete vermutlich rund 3700 Kilometer weit und bis zu 770 Kilometer hoch - und damit höher und weiter als die vorherige Rakete. Demnach wurde sie offenbar ganz in der Nähe des Flughafens der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae In berief in Seoul eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ein. In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) wurde in Washington US-Präsident Donald Trump über den neuen Raketentest informiert, wie das Weiße Haus nach Informationen von BERLINER TAGESZEITUNG mitteilte.

Erst kürzlich hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen als Reaktion auf den jüngsten Atomwaffentest einstimmig ein achtes Sanktionspaket gegen die Regierung in Pjöngjang beschlossen. Beschlossen wurden unter anderem ein Verbot von Textilimporten aus Nordkorea, ein Gasembargo sowie Beschränkungen bei Öllieferungen. Die Resolution war von den USA eingebracht worden, die zunächst aber deutlich härtere Maßnahmen verlangt hatten.

Nordkorea hatte zuvor am 3. September 2017 seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe, die klein genug sei, um eine Interkontinentalrakete damit zu bestücken. Nach japanischen Angaben hatte die Wasserstoffbombe eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen - mehr als zehnmal so viel wie die Atombombe, welche die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen.

Die Europäische Union verschärfte unterddesn vor dem Hinblick dieser nordkoreanischen Kriegstreiberei, ihre Strafmaßnahmen gegen Nordkorea, indem sie eine entsprechende Resolution des UN-Sicherheitsrats von Anfang August umsetzte. Zugleich beschlossen die EU-Mitgliedstaaten, auch die vom UN-Sicherheitsrat am 11. September beschlossenen zusätzlichen Sanktionen rasch umzusetzen. Zuzüglich werden die Mitgliedstaaten der EU nordkoreanischen Staatsangehörigen in ihrem Hoheitsgebiet keine Arbeitserlaubnis mehr erteilen.  (A.Goryunov--BTZ)