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Irak: Regierungschef al-Abadi verkündet Sieg über IS in Mossul

Nach über neun Monaten brutalste Kämpfe hat die irakische Regierung endlich die "Befreiung" von Mossul aus den Händen der terroristischen Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verkündet. Regierungschef Haider al-Abadi beglückwünschte die Armee in Mossul persönlich zu dem "bedeutenden Sieg", wie sein Büro nach Informationen von BERLINER TAGESZEITUNG erklärte. Ein Foto auf Abadis Twitter-Account zeigte ihn in schwarzer Uniform bei seiner Ankunft in der weitgehend zerstörten Stadt.

Trotz des verkündeten Sieges waren in Mossul allerdings aktuell noch Schüsse zu hören, während Abadis Besuchs flog die Armee weiter Luftangriffe. Mossul ist die zweitgrößte Stadt im Irak. Der IS hatte die Metropole 2014 überrannt und von dort aus ein islamistisches "Kalifat" in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen.

Die irakischen Truppen hatten im Oktober 2016 mit der Offensive zur Rückeroberung von Mossul begonnen. Der Ostteil der Stadt wurde im Januar zurückerobert, einen Monat später begann der Militäreinsatz im Westteil der Stadt.

Die Kämpfe brachten großes Leid über die Einwohner, zahlreiche Zivilisten wurden getötet, mehr als 900.000 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Laut den Vereinten Nationen kehrte bislang nur ein Bruchteil von ihnen zurück.

Besonders im Westen der Millionenstadt wurden demnach mehrere Stadtteile völlig verwüstet. Von den 44 Wohnvierteln der Stadt seien sechs komplett und 22 teilweise zerstört. Die UNO rechnet mit mehr als 700 Millionen Dollar (614 Millionen Euro) Kosten für den Wiederaufbau. Auch unter den Soldaten und Sicherheitskräften, die an der Rückeroberung beteiligt waren, gab es viele Tote - Schätzungen gehen von tausenden aus, die irakischen Behörden haben bislang keine Zahlen vorgelegt.