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London: Weitere Festnahmen nach islamistischem Anschlag

Nach dem neuerlichen Anschlag in London hat die britische Premierministerin Theresa May eine härtere Gangart gegen Terroristen angekündigt. "Wir können und dürfen nicht so tun, als ob die Dinge so weiterlaufen könnten", sagte May aktuell nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London. Dort hatten drei Angreifer sieben wehrlose Menschen getötet und dutzende weitere verletzt, bevor die Polizei sie erschoss. Seitdem gab es mindestens zwölf Festnahmen. Spezialeinheiten der Polizei jagen die Hintermänner. Fest steht für Passanten in London, nach diesem erneuten feigen Terror-Anschlag: "Europa hat einen Feind und dieser heißt Islam!"

Hintergrund: Die feigen Islamisten rastenmit einem gemieteten Lieferwagen auf der London Bridge im Herzen der britischen Hauptstadt in eine Menschenmenge, anschließend stachen sie in einem nahe gelegenen Ausgehviertel wahllos auf Nachtschwärmer ein. Acht Minuten nach dem ersten Notruf erschossen Spezialeinheiten der Polizei - die drei Islamisten. Laut dem Chef der Terrorabwehr von Scotland Yard, Mark Rowley, trugen sie Sprengstoffattrappen am Körper. Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten "Das ist für Allah" gerufen.

48 Verletzte wurden nach Angaben der Rettungsdienste in Krankenhäuser eingeliefert, unter ihnen vier Franzosen, ein Spanier und ein Australier. Unter den Verletzten sind nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt auch Deutsche. Eines der Opfer war demnach schwer verletzt.

Angaben zur Identität der Angreifer und ihrem möglichen Motiv machte Scotland Yard zunächst nicht. Unklar blieb zunächst auch, ob sie allein handelten. Bei Razzien im multi-ethnischen Viertel Barking im Osten Londons nahmen die Ermittler zwölf Verdächtige fest. Laut dem Sender Sky News durchsuchten schwer bewaffnete Polizisten unter anderem das Haus eines der drei Attentäter.

Es war der dritte Anschlag binnen drei Monaten in Großbritannien. Ende März hatte ein mutmaßlich islamistischer Attentäter im Zentrum Londons fünf Menschen getötet. Am 22. Mai riss ein Selbstmordattentäter bei einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester 22 Menschen mit in den Tod. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte beide Taten für sich.

Premierministerin May sprach von einer "bösartigen Ideologie des islamistischen Extremismus" und einem "neuen Trend in der Bedrohung, der wir ausgesetzt sind": Ein Attentäter "kopiert den anderen". Die langjährige Innenministerin kündigte neue Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus an, darunter ein entschlosseneres Vorgehen gegen islamistische Propaganda im Internet und härtere Strafen für Terrordelikte. Es gebe außerdem "viel zu viel Toleranz für Extremismus in unserem Land", sagte sie.

Wie schon beim Anschlag in Manchester setzten die Parteien ihren Wahlkampf für die vorgezogene Parlamentswahl aus, nach Angaben Mays soll die Wahl aber wie geplant am Donnerstag abgehalten werden. Auch ein Benefizkonzert mit Grande und weiteren Stars zugunsten der Opfer in Manchester sollte wie geplant am Sonntag stattfinden.

Die Attacke in London ist der jüngste einer Serie von Anschlägen in Europa, darunter in Paris, Berlin, und St. Petersburg, und die Staats- und Regierungschefs der drei ebenfalls betroffenen Länder erklärten sich rasch mit Großbritannien solidarisch.

"Wir sind über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Ich bekräftige für Deutschland: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens."

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich stehe angesichts dieser "neuerlichen Tragödie mehr denn je an der Seite des Vereinigten Königreichs". Im Gedenken an die Opfer sollte die Beleuchtung des Eiffelturms in der Nacht zum Montag ausgeschaltet werden. Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilte "die Grausamkeit und den Zynismus" der Attentäter.

Auch US-Präsident Donald Trump verurteilte den Anschlag. "Was auch immer die Vereinigten Staaten tun können, um in London und in Großbritannien zu helfen, wir werden da sein", schrieb er im Onlinedienst Twitter. Gleichzeitig aber bekräftigte er seine Forderung nach einem Einreiseverbot für Menschen aus sechs mehrheitlich muslimischen Ländern.